Fraktionswechsel – die Zweite (und Letzte).

Nach dem Zeitungsartikel diese Woche stelle ich hier jetzt noch meine (schriftliche) Antwort auf Nachfragen und Anrufe rein, die ich letzten Sonntag an alle Interessierten, also vor diesem Bericht, gerichtet habe:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich danke für Ihre telefonischen Anfragen bzgl. meines Fraktionswechsels. Ich bitte um Verständnis, dass ich gerade nicht zurückrufe. Ich komme gerade von einem 3-tägigen Bodensymposium zurück und und muss morgen früh schon wieder weiter auf eine 4-tägige Vortragsreise quer durch Deutschland.Ich verstehe natürlich die Enttäuschung in der CDU. Aber wer meine
Mitteilung an die Presse genau liest, sollte sachlich analysieren. Ich erkläre den Grund meines Verzichts auf eine erneute Kandidatur für die CDU. Ich sehe nicht, dass ich da schmutzige Wäsche wasche. Die Fraktion wurde am 10. November 2018 bereits darüber schriftlich informiert und am 10. Dezember 2018 nochmals in der Fraktionssitzung über die Gründe diskutiert. Jetzt geht es aus den in der Presse-Mitteilung genannten Gründen um einen Fraktionswechsel, der eben schon vor der Kommunalwahl stattfinden sollte. Das hätte jeder andere auch so gemacht. Herr Würth schreibt, dass ich „aus Protest“ gegen den Kreisverband wechsle. Das kann man so interpretieren. Aber für mich war es eben nur der Grund, warum ich nicht mehr für die CDU kandidieren will. Es geht mir nicht um nachkarten, schmutzige Wäsche waschen oder sonst was. Aber wenn ich die Fraktion wechsle, dann will ja nicht nur die Zeitung wissen, warum. Darum habe ich die Begründung dazu geschrieben. Das ist ja legitim.
Ich bin frühestens ab Freitag nachmittag 17 Uhr wieder telefonisch erreichbar. Ich sehe aber derzeit keinen weiteren Grund für Diskussionen. Danke für Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen Michael Reber

Auf die ersten Nachfragen des Redakteurs am 25.1.19 habe ich wie folgt schriftlich geantwortet:

Was läuft in der Kreis-CDU falsch?

Aus einer zwischen 2013 und 2017 sich verjüngenden und modernisierenden Kreis-CDU ist aus verschiedenen Gründen, die auch dem Haller Tagblatt vorliegen (persönliche Erklärungen nicht mehr kandidierender Kreisvorstandsmitglieder 2017), wieder eine Kreisvorstandschaft geworden, die das Rad zurückdrehen möchte, vor allem aber dem Bundestagsabgeordneten nicht gefährlich wird. Viel mehr möchte ich dazu gar nicht mehr sagen, es liegt dem HT alles schriftlich vor. Ich erwarte auch, dass man mir hier massiv Druck machen wird jetzt.


Was kritisiere ich am HT-Interview heute?

Dass der neue Kreisvorsitzende immer dazu missbraucht wird, als Zeichen der Verjüngung zu gelten. Eine Verjüngung in der Vorstandsebene hat dagegen keinesfalls stattgefunden. Verjüngung meine ich auch im Kopf: sich auf gesellschaftliche Veränderungen einstellen. Das sehe ich nach wie vor nicht. Im Gegenteil. 
Konkrete Gedanken, die Fraktion zu wechseln, habe ich erst seit Mitte Dezember nach dem Gespräch mit Herrn Baumann. Dass ich nicht mehr für die CDU kandidieren möchte (und eigentlich aufhören wollte) ist schon seit Sommer im Kopf, aber wirklich ernst auch seit November.


Was stört mich konkret an der CDU-Fraktion im Gemeinderat?

Ich habe mit niemanden ein persönliches Problem! Es war nur immer mehr mein persönlicher Eindruck, dass meine Meinung zu verschiedenen Themen eine andere war als die der Mehrheit der Fraktion. Das ist aber ein normaler alltäglicher Vorgang in der Politik und hat nicht ursächlich zu meinem Entschluss geführt. Ich sehe nur auf lokaler Ebene keinen Sinn mehr aus den oben genannten Gründen, für die CDU zu kandidieren.


Was ändert sich mit dem Übertritt?

Ich kann mich auf den Gemeinderat konzentrieren, muss mich nicht für Stadtverbandssitzungen und Parteiveranstaltungen entschuldigen, weil ich schlichtweg keine Zeit habe. Mein Engagement für die Landwirtschaft und meine Arbeit als Landwirt wird anders wahrgenommen. Ich habe politisch keine anderen Ambitionen. Die FWV wird sich nach der Wahl sicher verjüngen. Weibliche Kandidatinnen zu finden, ist für alle Gruppierungen ein großes Problem. Leider und nach wie vor sehr schade, weil ich finde, dass Frauen Politik anders machen. Die Liste der FWV ist sehr gut für die kommende Wahl. Das werden Sie dann sicher zu gegebener Zeit erfahren.
Was die CDU-Mitgliedschaft angeht, so habe ich leider noch keine Antwort auf meine Anfrage bei der Landesgeschäftsstelle bekommen, ob das geht. Da die FWV aber ein e.V ist und in BW keine Partei, sehe ich da keinen Konflikt. Ich gehe aber davon aus, dass das von anderer Seite sicher sehr intensiv geprüft werden wird! 

Mehr kommt von meiner Seite dazu nicht mehr. Ich möchte nicht aus einer Maus (als die ich mich im CDU-Hamsterrad sehe) einen Elefanten machen. Es lag mir auch immer fern, dass ich hier irgendjemanden persönlich verletze. Aber ich darf meine mir selbst gebildete Meinung durchaus kundtun. Dafür leben wir in einem Land mit Meinungsfreiheit. Und das war kein Schnellschuss, da könnt Ihr Euch sicher sein.

Euer Michl

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